11 April 2017

[Rezension] Caraval

Autorin: Stephanie Garber
Titel/Originaltitel: Caraval
Seitenzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2017
Verlag: ivi

Einen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Inhalt:

Scarlett lebt in der Obhut ihres gewalttätigen Vaters auf einer abgeschiedenen Insel. Sie sehnt sich danach, die Heimat zu verlassen und an dem legendären Spiel Caraval teilzunehmen, das die magische Erfüllung von Wünschen, Abenteuer und Freiheit verspricht. Als Scarlett vor ihrem Vater flieht und Caraval zu ersten Mal betritt, fühlt sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch etwas Dunkles und Geheimnisvolles umgibt das verzauberte Spiel. Ist Caraval wirklich das, was Scarlett sich erhofft hat? Plötzlich befindet sie sich mitten in einer Welt, in der es um Leben und Tod geht.


Meinung:

Ich war so gespannt auf Caraval. Bei solchen Klappentexten hoffe ich immer, dass es ähnlich wie die Tribute von Panem wird, aber noch soweit davon entfernt ist, dass die Geschichte nicht abgekupfert ist. Aber eigentlich hat es mich so gar nicht an Panem erinnert.

Ich habe selber recht lange gebraucht, um ins Buch zu finden. Es hat ca. 125 Seiten gedauert, bis mich die Geschichte fesseln konnte und ich die Geschichte wirklich auslesen wollte.
Die Kleider, die die Protagonistin Scarlett trägt, werden detailliert beschrieben, dabei muss ich sagen, fand ich genau das leicht überflüssig und auf die Dauer auch anstrengend.

Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl von neuen Charakteren ertränkt zu werden. Viele von denen haben jedoch nur einen kurzen Auftritt und werden nicht tiefer als notwendig beleuchtet. Nichtsdestotrotz prasseln eine Menge Namen auf den Leser ein.

Scarlett ist eine Protagonistin, bei der ich mir bis zum Ende unsicher bin, ob ich sie wirklich mag. Sie ist, gerade zu Beginn, sehr verklemmt und versucht vernünftig zu sein. Das führt dazu, dass sich viele Passagen immer wieder wiederholen. Tella, ihre Schwester, verschwindet jedoch recht schnell und bleibt für mich ein Rätsel, das ich nicht bewerten kann.
Julian ist häufig an der Seite von Scarlett, blieb für mich aber sehr lange mysteriös. Natürlich ändert sich das am Ende der Geschichte, aber das kann ich hier nicht weiter erklären, ohne zu spoilern.
Aiko fand ich die Zeit über ziemlich süß. Irgendwie vertrauenswürdig. Vielleicht weil ich sie mir als kleine, zierliche und unschuldige Person vorgestellt habe.

Der Schreibstil der Autorin ist in der Kleidersache sehr ausladend, aber sonst eigentlich unauffällig in Ordnung. Nirgends hin man lange fest, aber es war auch nicht so einsaugend Pageturnermäßig.
Die Kapitel waren recht lang und manchmal unterbrochen durch Briefe und Notizen, die in die Geschichte gehören.

Ich muss sagen, dass ich als Leser sehr viel gerätselt habe, was ist Illusion, was ist Realität und zum Ende hin wird das immer schlimmer. Umso weiter es aufs Finale zugeht, umso mehr treibt es die Autorin auf die Spitze. Vielleicht auch ein bisschen zu sehr darum bemüht kompliziert zu sein.
Mit dem letzten Brief, damit auch den letzten Seiten des Buches, bleibt die Möglichkeit erhalten, eine Fortsetzung zu schreiben, in der es sich um Tella drehen könnte.


Fazit:

Es gab einen gewissen Hype um das Buch, das ich nur bedingt teilen kann. Die Geschichte ist zwar gut, aber nicht perfekt. Sie ist fantasievoll und nimmt einen mit, in eine faszinierende Welt, zu Protagonisten, die für meinen Geschmack nicht stark genug sind.
Der schwierige Start hat mir die Lesefreude ein wenig getrübt. Aber ist es erfrischend, dass nicht direkt eine Trilogie auf einen wartet. Selbst wenn noch Bände geplant sind, erschlägt es einen (noch) nicht.
Alles in allem würde ich Caraval aber doch weiter empfehlen, gerade für Menschen, die wenig lesen und sich nicht direkt eine komplette Reihe vornehmen will.


3,5/5 Punkte

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