08 Dezember 2014

[Rezension] Die Selbstmord-Schwestern


Klappentext: Anfang der siebziger Jahre, in einer nordamerikanischen Vorstadt, richten sich die Blicke einer Schar junger Männer auf ein Haus. Es ist das Haus der Familie Lisbon mit ihren fünf schönen Töchtern. Als sich die jüngste von ihnen aus dem Fenster stürzt.
Cecilia, die erst dreizehn ist, beginn das "Jahr der Selbstmorde", das die in Baumhäusern und auf Dächern nnd auf Kühlerhauben versammelten Beobachter für immer verändern wird.

Der Inhalt: Ich habe mir für die Geschichte echt viel Zeit gelassen. Konnte aber immer wieder gut in die Geschichte hineinfinden. Die Selbstmord-Schwestern ist wieder ein Buch zum Nachdenken, selbst noch im Anschluss.
Meine Erwartungen waren allerdings, dass sich die Schwestern nacheinander im Verlauf des Buches umbringen. Allerdings bringt sich erst mal nur Cecilia um und der Verfall der Familie beginnt. Und dieser Verfall ist auch das zentrale Thema und nicht die Morde. Im Nachhinein betrachtet finde ich das sogar gut.
Eigentlich habe ich mich die gesamte Zeit über gefragt, wer die berichtende Person ist und kam letztlich auch nicht mehr dahinter.
Die Geschichte ist durchaus traurig, mann muss sich jedoch darauf einlassen. Es ist einfach mal was anderes zu lesen, viel ernster, ganz ohne Fantasy oder Liebe. Wer also Abwechslung braucht und sich einfach mal einem ganz anderen Thema widmen möchte, kann sich das Buch zu Herzen nehmen.

Die Charaktere: Cecilia wird von beginn an als merkwürdig dargestellt und das Bild ändert sich durch ihren raschen Selbstmord nicht.
Bonnie, Mary und Therese lernt man für meinen Geschmack zu wenig kennen. Lux ist da etwas zentraler gestellt, aber auch ihr und ihrer Gefühlswelt kommt man nicht sehr nahe.
Die Lisbonmutter erinnert mich unweigerlich an die Mutter von Carrie. Die Zerstörungskraft in Person. Für mich ein wirklich schrecklicher Charakter.

Der Schreibstil: Der Schreibstil ist durchaus veraltet, aber dennoch verständlich. Man muss wahrscheinlich etwas mehr Zeit investieren, als in ein Jugendbuch.

Mein Fazit: Wer wirklich mal nachdenken will, was mit einer Familie passieren kann, die ein Mitglied verliert, sollte hier zugreifen. Allerdings fand ich, dass der Autor öfters in unwichtige Dinge abschweifte, die ich auch eher langweilig fand. Das Ende reist es allerdings wieder raus. Alle, die es schon gelesen haben, wissen was ich mit dem Fluchtplan am Ende meine, der Rest muss es halt lesen, um es herauszufinden.

5/10 Punkte

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